Die Geheimnisse Nordafrikas: Eine Swan Hellenic Expedition Cruise
von Matthew Gray, Senior Expedition Advisor bei Cruise Norway
Tag 1: Lissabon – Entdeckung der Stadt
Unsere Reise begann in der pulsierenden Stadt Lissabon, wo wir den ganzen Tag Zeit hatten, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, bevor wir an Bord der SH Diana gingen. Wir wollten die Energie der Stadt in vollen Zügen genießen und stiegen in einen Hop-on-Hop-off-Bus, der sich perfekt eignet, um sich in den belebten Straßen zurechtzufinden und einen Überblick über die vielen Sehenswürdigkeiten Lissabons zu bekommen. Vom berühmten Turm von Belém bis zum majestätischen Hieronymuskloster war die Stadt eine Augenweide. Das eigentliche Highlight war jedoch die Fahrt mit einem Tuk-Tuk durch die engen, verwinkelten Gassen – eine unterhaltsame und aufregende Art, die Stadt aus nächster Nähe zu erkunden! Der Abend endete mit einem traditionellen portugiesischen Abendessen mit dem berühmten Pastel de Nata, das den Ton für das bevorstehende Abenteuer angab.
Tag 2: Portimão – Sagres Point und der Charme der Altstadt
Unsere erste Station war Portimão, eine malerische Stadt an der portugiesischen Algarve-Küste. Der Höhepunkt des Tages war unser Besuch am Sagres Point, der wegen seiner dramatischen Klippen und seines atemberaubenden Ausblicks auf den Ozean oft als „Ende der Welt” bezeichnet wird. An diesem historischen Ort konnte man fast den Geist der Entdecker spüren, die vor Jahrhunderten von hier aus in See stachen. Anschließend nahmen wir an einer Führung durch die Altstadt teil und schlenderten durch die charmanten Straßen mit ihren weiß getünchten Gebäuden und lokalen Geschäften. Der Tag war eine perfekte Mischung aus natürlicher Schönheit und historischer Faszination.
Tag 3: Sevilla – ein königliches Erlebnis
Nachdem wir den Guadalquivir hinaufgesegelt waren, kamen wir in Sevilla an, einer Stadt voller Farben, Geschichte und architektonischer Pracht. Unser Tag war gefüllt mit Besichtigungen einiger der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Als erstes besuchten wir den Königlichen Alcázar von Sevilla, einen atemberaubenden Palastkomplex, der uns mit seinem aufwendigen maurischen Design und seinen üppigen Gärten in Staunen versetzte. Als nächstes bewunderten wir die Pracht der Plaza de España mit ihrem beeindruckenden halbkreisförmigen Gebäude und den wunderschönen gekachelten Nischen, die die Provinzen Spaniens darstellen. Der Tag endete in der Kathedrale von Sevilla, wo wir den Giralda-Turm bestiegen, um einen atemberaubenden Blick auf die Stadt zu genießen. Sevilla war ein absolutes Highlight, voller lebendiger Kultur und Geschichte. Nach einem heißen Tag voller Erkundungen war der Pool des Schiffes SH Diana eine willkommene Erfrischung.
Tag 4: Ceuta – eine Mischung aus Kulturen
Ceuta, eine spanische Enklave in Nordafrika, war unsere nächste Station. Die Stadt bot eine faszinierende Mischung aus spanischen und marokkanischen Einflüssen, die wir auf einer geführten Bustour erkundeten. Wir tauchten in ihre reiche Geschichte ein und lernten ihre strategische Bedeutung und die vielfältigen Kulturen kennen, die sie geprägt haben. Besonders interessant war der Besuch der alten Festung, die einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung und einen Einblick in die militärische Vergangenheit der Stadt bot. Die einzigartige Mischung der Kulturen machte Ceuta zu einem unvergesslichen Zwischenstopp auf unserer Reise.
Tag 5: Oran – Ein Einblick in das algerische Leben
Oran, eine geschäftige Hafenstadt in Algerien, bot aufgrund lokaler Vorschriften ein eingeschränkteres Erlebnis, war aber nicht weniger faszinierend. In Begleitung einer Polizeieskorte besuchten wir das Regionaltheater von Oran und die Chapelle Santa Cruz, die hoch auf einem Berg thront und einen Panoramablick über die Bucht bietet. Trotz der Einschränkungen waren die Einheimischen unglaublich gastfreundlich, hielten uns oft an, um uns ihre Dankbarkeit für unseren Besuch auszudrücken, und baten uns sogar, Fotos mit ihnen zu machen. Diese Herzlichkeit und Neugierde machten Oran zu einem einzigartigen und bereichernden Erlebnis, das einen authentischen Einblick in das algerische Leben bot.

Oran in Algerien und die Santa Cruz Chappelle
Tag 6: Algier – Ein Vorgeschmack auf die lokale Gastfreundschaft
Unser Tag in Algier war ein weiteres begleitetes Abenteuer, diesmal durch die geschäftige Hauptstadt Algeriens. Die Stadtrundfahrt führte uns zum beeindruckenden Märtyrerdenkmal und zur UNESCO-gelisteten Kasbah, einem Labyrinth aus engen Gassen und alten Gebäuden. Ein Höhepunkt des Tages war der Besuch eines lokalen Gästehauses, wo wir herzlich empfangen und mit traditionellem Tee, Kaffee und köstlichen kandierten Datteln verwöhnt wurden. Bei unserem Spaziergang durch die Stadt begegneten wir unzähligen Katzen und hörten den eindrucksvollen Ruf zum Gebet, der über die Dächer hallte und unserem Besuch eine magische Atmosphäre verlieh.
Tag 7: Bejaia – Bergpanorama und Markt-Schätze
In Bejaia wurden wir erneut von der Polizei begleitet, was sich angesichts der engen, überfüllten Bergstraßen als Segen erwies. Unsere Reise führte uns auf den Gipfel des Pic des Singes (Affenberg), wo wir mit einem atemberaubenden Blick über das Mittelmeer belohnt wurden. Die Gegend ist auch für ihre Berbermakaken bekannt, die dem Tag einen Hauch von Wildnisabenteuer verliehen. Wir erkundeten auch den lokalen Markt, der sich durch eine Höhle schlängelte, in der es lebhafte Stände gab, an denen alles von Gewürzen bis hin zu handgefertigten Kunsthandwerken verkauft wurde. Die natürliche Schönheit und der lebhafte Markt von Bejaia sorgten für ein unvergessliches Erlebnis.
Tag 8: Annaba – Antike Ruinen und lokale Spezialitäten
Annaba bot eine Mischung aus Geschichte und Kultur, beginnend mit unserem Besuch im Hippones Museum and Site, wo wir antike römische Ruinen erkundeten, die einst Teil der Stadt Hippo Regius waren. Anschließend besichtigten wir die wunderschöne Basilique de Saint Augustin, die auf einem Hügel mit Blick über die Stadt thront. Nach dem Mittagessen hatten wir die einmalige Gelegenheit, eine Moschee zu besuchen, wo wir etwas über lokale Bräuche und Traditionen lernten, darunter auch, dass man vor dem Betreten Schultern und Knie bedecken muss. Der Tag endete mit einem Spaziergang durch die Straßen zu einem lokalen Café, wo wir Kaktusfeigen-Smoothies und andere regionale Köstlichkeiten genossen. Annaba war eine reizvolle Mischung aus alter Geschichte und lokaler Kultur.
Tag 9: La Goulette – Erkundung von Karthago
La Goulette, unsere letzte Station in Nordafrika, empfing uns mit offenen Armen. Anders als in Algerien benötigten wir keine Polizeibegleitung mehr, sodass wir uns freier bewegen konnten. Wir verbrachten den Tag damit, in die reiche Geschichte Karthagos einzutauchen und besuchten das Quartier Punique de Byrsa, die alten punischen Häfen und die Bäder des Antonius. Die Ruinen waren unglaublich gut erhalten und boten einen Einblick in das Leben dieser einst so großen Zivilisation. Danach kauften wir in einem lokalen Geschäft Souvenirs und wählten handgefertigte Berberartikel aus, um uns an unsere Reise zu erinnern. La Goulette war eine perfekte Mischung aus Geschichte und moderner tunesischer Kultur.
Tag 10: Palermo – Ein herzlicher Abschied
Unsere Expeditionskreuzfahrt endete in Palermo, der pulsierenden Hauptstadt Siziliens. Nachdem wir die SH Diana verlassen hatten, spazierten wir gemächlich durch die Stadt und ließen die unglaubliche Reise Revue passieren, die wir gerade hinter uns gebracht hatten. Palermo mit seiner Mischung aus arabisch-normannischer Architektur, lebhaften Märkten und reichen kulinarischen Traditionen war der perfekte Ort, um unser Abenteuer ausklingen zu lassen. Wir verabschiedeten uns von unseren Mitreisenden und der wunderbaren Crew der SH Diana, dankbar für die Erinnerungen und die neuen Freundschaften, die wir geschlossen hatten.
Ein kurzer Überblick über die Geschichte Nordafrikas
Die Geschichte Nordafrikas ist ein Gewebe aus den Einflüssen verschiedener Reiche und Kulturen. Die Region wurde zunächst von den Phöniziern geprägt und wurde später zu einem wichtigen Teil des Römischen Reiches, das beeindruckende Ruinen wie die in Tunesien und Algerien hinterließ. Im Mittelalter war Nordafrika ein Schlachtfeld um die Vorherrschaft zwischen den Spaniern, die Enklaven wie Ceuta gründeten, und den einheimischen Berberkönigreichen. Die französische Kolonialzeit im 19. und 20. Jahrhundert hinterließ bleibende Spuren, insbesondere in Algerien, wo der Kampf um die Unabhängigkeit zu einem Symbol des antikolonialen Widerstands wurde.
Zusammenfassung unseres 10-tägigen Abenteuers
Diese 10-tägige Expeditionskreuzfahrt an Bord der SH Diana war einfach spektakulär. Jede Stadt, die wir besuchten, hatte ihren ganz eigenen Charme, von den pulsierenden Straßen Lissabons bis zu den antiken Ruinen von Karthago. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Einheimischen war wirklich herzerwärmend und gab uns überall das Gefühl, willkommen und geschätzt zu sein. Die Reise mit einem kleinen Expeditionsschiff ermöglichte es uns, diese unglaublichen Reiseziele auf eine Weise zu erkunden, die die lokale Wirtschaft unterstützte, ohne sie mit Massentourismus zu überfordern. Diese Reise hat uns daran erinnert, wie schön Slow Travel sein kann, bei dem man jeden Moment genießt und jede Erfahrung dadurch noch reichhaltiger wird. Wir nehmen Erinnerungen mit, die ein Leben lang bleiben werden, und eine tiefe Wertschätzung für die Kulturen und Landschaften des Mittelmeerraums und Nordafrikas.
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